👇Für unsere eiligen Leser:innen: siehe das Management Summary ganz unten👇
Künstliche Intelligenz ist längst im Arbeitsalltag angekommen.
Ob ChatGPT, Claude, Microsoft Copilot oder spezialisierte KI-Anwendungen – immer mehr Unternehmen investieren in Technologien, die Prozesse beschleunigen, Wissen verfügbar machen und Entscheidungen unterstützen.
Doch während viel über Software, Datenschutz oder Prompt Engineering diskutiert wird, gerät eine entscheidende Frage häufig in den Hintergrund:
Welche Menschen werden KI erfolgreich einsetzen?
Denn Technologie allein schafft noch keinen Mehrwert. Erst die Menschen, die sie sinnvoll, verantwortungsvoll und kreativ nutzen, machen den Unterschied.
Genau dieser Frage ist CAPTain gemeinsam mit der Hochschule Fresenius nachgegangen.
Die Ergebnisse zeigen: Erfolgreicher Umgang mit Künstlicher Intelligenz hängt nicht ausschließlich vom technischen Wissen ab. Vielmehr spielen bestimmte Verhaltensweisen eine entscheidende Rolle.
Und genau diese lassen sich sichtbar machen.
KI-Kompetenz ist mehr als technisches Wissen
Viele Unternehmen reagieren derzeit mit Schulungsprogrammen:
· Prompt Engineering.
· KI-Richtlinien.
· Anwendungstrainings
· Datenschutz, AI Act
Das ist wichtig.
Aber reicht das aus?
Unsere gemeinsame Untersuchung mit der Hochschule Fresenius zeigt ein differenzierteres Bild.
Neben Fachwissen beeinflussen auch Verhaltensdispositionen, wie Menschen lernen, Entscheidungen treffen oder Veränderungen begegnen, ihre Fähigkeit, KI erfolgreich einzusetzen.
Für HR, Berater:innen und Entscheider:innen eröffnet sich damit eine spannende Perspektive:
Vielleicht sollten wir nicht nur fragen, wer KI bedienen kann. Sondern auch, welche Verhaltensweisen den erfolgreichen Einsatz von KI unterstützen.
Vier Erkenntnisse, die besonders spannend sind
1. Selbstständigkeit fördert KI-Kompetenz
Ein deutlicher Zusammenhang zeigte sich bei der CAPTain-Dimension Selbstständigkeit.
Menschen mit einer höheren Ausprägung verfügten tendenziell über eine stärkere KI-Wissenskompetenz.
Das überrascht kaum.
Neue Technologien entwickeln sich rasant.
Wer eigenständig lernt, ausprobiert und Wissen selbst organisiert erweitert, verschafft sich häufig einen Vorsprung.
Im CAPTain Test® beschreibt die Dimension Selbstständigkeit, in welchem Maß Menschen eigenverantwortlich handeln und ohne enge Vorgaben arbeiten möchten.
Für Unternehmen bedeutet das:
Neben klassischen Schulungsangeboten lohnt es sich, gezielt Selbstlernkompetenzen zu fördern und Mitarbeitenden Freiräume für eigenständiges Lernen zu geben.
2. Veränderungskraft unterstützt den erfolgreichen Einsatz von KI
Ein weiterer Zusammenhang zeigte sich bei der Dimension Veränderungskraft.
Mitarbeitende, die Veränderungen aktiv gestalten und Innovationen vorantreiben, verfügten häufiger über eine hohe KI-Anwendungskompetenz.
Auch dieses Ergebnis erscheint nachvollziehbar.
Der Einsatz von KI bedeutet fast immer Veränderung.
Neue Arbeitsabläufe.
Neue Denkweisen.
Neue Zusammenarbeit.
Menschen mit hoher Veränderungskraft integrieren solche Entwicklungen oft schneller in ihren Arbeitsalltag.
3. Kritisches Denken wird wichtiger denn je
Besonders interessant waren die Ergebnisse rund um soziale Verhaltensweisen.
Eine sehr hohe Konsensorientierung oder Gruppenorientierung ging teilweise mit geringeren Werten bei der Bewertung oder ethischen Einordnung von KI einher.
Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass Teamfähigkeit ein Nachteil wäre.
Im Gegenteil.
Gerade erfolgreiche Teams leben von Zusammenarbeit.
Die Ergebnisse verdeutlichen jedoch, dass verantwortungsvoller KI-Einsatz zusätzlich die Fähigkeit verlangt, Informationen kritisch zu hinterfragen, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen und auch einmal gegen den Strom zu denken.
Gerade im Umgang mit KI wird diese Kompetenz zunehmend wichtiger.
4. Ruhe kann produktiver sein als Hektik
Eine der überraschendsten Erkenntnisse betrifft das Aktivitätsniveau.
Menschen, die ruhiger und weniger hektisch arbeiten, zeigten tendenziell höhere Werte bei der KI-Wissens- und Anwendungskompetenz.
Vielleicht liegt genau darin eine wichtige Erkenntnis.
KI entfaltet ihren größten Nutzen nicht durch möglichst schnelles Arbeiten.
Sondern durch bewusstes Arbeiten.
Wer sich Zeit nimmt, Ergebnisse kritisch prüft und Neues reflektiert, kann die Möglichkeiten moderner KI häufig nachhaltiger nutzen.
Was bedeutet das für HR?
Für HR eröffnet das neue Perspektiven.
Die Einführung von KI ist nicht nur ein IT-Projekt.
Sie ist vor allem ein Entwicklungsprojekt.
Neben technischen Qualifizierungen gewinnen Fragen an Bedeutung wie:
- Welche Mitarbeitenden bringen günstige Voraussetzungen für den erfolgreichen Einsatz von KI mit?
- Welche Teams können als Multiplikator:innen für KI-Projekte wirken?
- Welche Verhaltensweisen sollten gezielt entwickelt werden?
- Wie können wir Anforderungsprofile künftig mit Future Skills ergänzen?
Hier kann wissenschaftlich fundierte Personaldiagnostik einen wichtigen Beitrag leisten.
Der CAPTain Test® misst kriterienorientiert Arbeitsverhalten und Verhaltenspotenziale im beruflichen Kontext und unterstützt Unternehmen dabei, Entwicklungspotenziale sichtbar zu machen sowie Recruiting- und Entwicklungsentscheidungen auf eine objektive Grundlage zu stellen.
Zusammenfassend gesagt:
Die Zukunft der Arbeit entscheidet sich nicht allein durch neue Technologien.
Sie entscheidet sich durch Menschen.
Unternehmen, die KI erfolgreich einsetzen möchten, sollten deshalb nicht nur in Software investieren.
Sie sollten auch die Verhaltenspotenziale ihrer Mitarbeitenden kennen und gezielt fördern.
Denn KI-Kompetenz beginnt beim Menschen.
Quelle
Osternack, A., Lüders, F., Seelert, J., Wiedmann, J. & Tiedemann, L. (2026). KI-Kompetenz und Arbeitsverhalten. Projektbericht der Hochschule Fresenius, Hamburg.
Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung: Schreiben Sie uns eine E-Mail an office@ontalents.com bzw. rufen Sie an unter 01/405 24 00. Gerne können Sie auch direkt einen kostenfreien Infotermin buchen.
www.ontalents.com
office@ontalents.com
Management Summary:
Der erfolgreiche Einsatz von Künstlicher Intelligenz hängt nicht allein von technischem Wissen ab, sondern wird maßgeblich durch bestimmte Verhaltensweisen der Mitarbeitenden beeinflusst. Eine gemeinsame Untersuchung von CAPTain und der Hochschule Fresenius zeigt, dass insbesondere Selbstständigkeit, Veränderungsbereitschaft, kritisches Denken und bewusstes Arbeiten den kompetenten Umgang mit KI fördern. Für Unternehmen bedeutet das: Neben technischen Qualifizierungen sollten auch Verhaltenspotenziale gezielt entwickelt und in Recruiting sowie Personalentwicklung berücksichtigt werden.